Hamburger Abendblatt: Gedenktafel soll an Zwangsarbeit erinnern

Das Hamburger Abendblatt informiert am 27.12.2011 über die Initiative zur Erinnerung an Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Bahrenfeld. 2.500 Flugblätter wurden nach Angaben der Zeitung im Viertel verteilt. Der Vermieter des Geländes der Griegstraße 75/Friesenweg 4,(Hollman & Partner Vermögensverwaltung), soll lt. Abendblatt positiv auf die Aktion reagiert haben: „Man müsse über Details sprechen, so Geschäftsführer Nils Hollmann.“ Hier der Link zum Text im Hamburger Abendblatt.

MOPO: Das vergessene Leid der Zwangsarbeiter

Die Hamburger Morgenpost vom 15.12.2011 informiert über die Initiative zur Erinnerung an Zwangsarbeit auf dem Gelände der Sternwoll-Spinnerei in der Griegstraße 75. „Angesichts der Baumaßnahmen auf dem Gelände fordern Vertreter der heute dort ansässigen Firmen den Grundstückseigentümer zur Anbringung einer Gedenktafel auf. ‚Wir möchten, dass diese schreckliche Vergangenheit nicht einfach vergessen wird‘, so Christine Siems, Leiterin der Elbe-Werkstätten. Auch die Betriebsräte von MOPO, Libri und des Schiffsausrüsters SAM sowie die Kirchengemeinde Tabita und Altona 93 unterstützen das Projekt“, scrheibt die Zeitung.

Aufruf zur Erinnerung an Zwangsarbeit in Sternwoll-Spinnerei in der Griegstraße 75

Die bevorstehenden baulichen Veränderungen auf dem Gelände der ehemaligen Marzipanfabrik im Friesenweg 4 und der Griegstraße 75, der ehemaligen Sternwoll-Spinnerei, sind für die Unterzeichner Anlass, an ein Kapitel der Geschichte in Hamburg-Bahrenfeld zu erinnern: Während des Zweiten Weltkrieges, in der Zeit des Hitlerfaschismus, wurden Menschen ihrer Heimat entwurzelt, verschleppt und zur Zwangsarbeit verpflichtet, auch hier in unserem Viertel. Sie waren in Holzbaracken untergebracht, litten unter Mangelernährung, waren der Willkür ausgeliefert. Eine Initiative tritt dafür ein, dass an dem Gebäude der Griegstraße 75 eine Gedenktafel angebracht wird.

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Deutsche (Kriegs)Wirtschaft hätte ohne Zwangsarbeit nicht funktioniert

Die Gesamtzahl der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zwischen 1939 und 1945 wird von Wissenschaftler in Hitler-Deutschland auf 13,5 Millionen geschätzt. Ohne die Arbeitskräfte hätte die (Kriegs)Wirtschaft nicht funktioniert. Es gab rund 8,5 Mio. „zivile“ Arbeitskräfte, 4,5 Mio Kriegsgefangenen und 1,5 Millionen und den 1,5 Mio. KZ-Häftlingen, die zur Zwangsarbeit verrichten mussten. In den Jahren 1939 bis 1945 leisteten bis zu 500.000 ausländische Frauen, Männer und Kinder Zwangsarbeit in der Hamburger Kriegswirtschaft. Sie arbeiteten in rund 1.000 Hamburger Betrieben, außerdem auf zahllosen Bauernhöfen, in Privathaushalten und kleinen Handwerksbetrieben. Untergebracht waren diese Menschen in über 1.100 Lagern, verstreut über das gesamte Hamburger Stadtgebiet.

Über 200 Zwangsarbeiter alleine in der Griegstraße 75 während Hitler-Faschismus

Nach Recherchen von Dr. Frederike Littmann im Staatsarchiv Hamburg konnte nachgewiesen werden, dass es im September 1944 in der Wollgarnfabrik Tittel & Krüger und Sternwoll-Spinnerei AG ein Firmenlager mit eigener Küche, 16 Essensteilnehmer (italienische Militärinternierte) gab. Die Firma Tittel & Krüger selbst gab 128 weibliche und 96 männliche Personen für das Lager an.

1898 nahm die Sternwoll-Spinnerei ihre Produktion in Bahrenfeld auf

Der Ursprung des Bahrenfelder Werkes „Sternwoll – Spinnerei“ geht auf das Jahr 1651 zurück. Dierck Papp gründete das Gewerbe zur Herstellung von Strümpfen  in der Hankentwiete in Altona. 1898 wurde der Standort in Hamburg-Bahrenfeld in Betrieb genommen.Tittel & Krüger hat das Bahrenfelder Werk 1932 übernommen. 1963 Umfirmierung in Schwanenwolle Tittel & Krüger AG. 1964 Übernahme durch die britische Gesellschaft J & P Coats, Paton & Baldwins Ltd, Glasgow. 1967 wurde die Gesellschaft liquidiert.

Seit Juli 1985 ist die Griegstraße 75 Unternehmensitz der Hamburger Morgenpost.