Sternwoll-Spinnerei besteht weiterhin

Das 1970 im Hamburger Handelsregister erloschene Unternehmen Sternwoll-Spinnerei besteht noch weiter fort. 1963 wurde aus der Marke “Sternwolle” die “Schwanenwolle“. 1964 übernahm der britische Textilkonzern Coats, Patons and Baldwin (Glasgow) die Aktienmehrheit. Zum 31. Juli 1967 wurde die Produktion hier eingestellt. Die Maschinen wurden nach Belgien abtransportiert und die Aufträge dort gefertigt. Zum 1. August 1967 wurde die Gesellschaft aufgelöst und sie erlosch zum 23. Dezember 1970. Mit der politische. Wende in der DDR kam es zu einer Wiederaufnahme der Abwicklung (1992), da es mehrere Grundstücke in Leipzig gab. Bis heute gibt es einen Streit um eine Steuerrückstellung in Höhe von 1,5 Mio. „Sternwoll-Spinnerei besteht weiterhin“ weiterlesen

MOPO-Betriebsrat erinnert an 70. Jahrestag die Befreiung der Zwangsarbeiter in Sternwoll-Spinnerei

sternwolleAm 3. Mai 1945 kapitulierten nicht nur die Nazis in Hamburg vor der englischen Armee, es war auch der Tag der Befreiung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von ihren Ausbeutern in der Sternwoll-Spinnerei, dem heutigen Betriebsgeländer der MOPO. Der Betriebsrat der MOPO  erinnert anlässlich des 70. Jahrestages der Niederlage der Nazis an diesen Akt der Befreiung. Die „feinen Hanseaten“ und „ehrbaren Kaufleute“ der Sternwoll-Spinnerei hatten einen Teil der Produktion auf die Herstellung von Munition umgestellt. In einer Granatendreherei wurden vor allem für die Artillerie Granaten hergestellt. Die Sternwoll-Spinnerei AG gab nach 1945 für das Kriegsgefangenen- und Firmenlager 128 weibliche und 96 männliche Personen als Zwangsarbeiter an.”

 

ver.di informiert über Kundgebung am 3. Mai

publikHH2013Publik, die Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft ver.di, informiert über Kundgebung vor der ehemaligen Sternwoll-Spinnerei in Hamburg. „Am 3. Mai 2013 wurde zum Gedenken an die Zwangsarbeiter/innen in Othmarschen das Denkmal an der ehemaligen Marzipanfabrik eingeweiht, wo auch die Hamburger Morgenpost ihren Sitz hat. Eine Informationstafel erinnert jetzt an die Ausbeutung und das Leid unter der Nazi-Herrschaft sowie an die Geschichte des Industriestandortes. „Es war längst überfällig, der Zwangsarbeiter zu gedenken“, so der Staatsrat der Kulturbehörde,Nikolaus Hill, bei der Einweihung. „ver.di informiert über Kundgebung am 3. Mai“ weiterlesen

Kundgebung vor der MOPO

UnavngivetAm 3. Mai 2013 trafen sich 150 Teilnehmer/innen vor der Hamburger Morgenpost, um die Wandskulptur zur Erinnerung an Zwangsarbeit der interessierten Öffentlichkeit zu übergeben. Kulturstaatsrat Dr. Hill betonte die Bedeutung von Erinnerungsorten. Pastor Matthias Kaiser betonte die Wichtigkeit von Zivilcourage. Nils Hollmann von Hollmann Partner unterstricht ihre Bereitschaft, solche Initiative zu unterstützen. Holger Artus vom MOPO-Betriebsrat verwies auf die Rolle von Betriebsräten in Gegenwart und Zukunft wie für die Vergangenheit bei den Arbeitsbedingungen hin, denen man sich nicht gleichgültig gegenüber verhalten darf.

3. Mai 2013 um 12 Uhr: Kundgebung zur Erinnerung an Zwangsarbeit vor der Sternwoll-Spinnerei

EinladungWir möchten hiermit zur Kundgebung am Freitag, den 3. Mai 2013 um 12 Uhr vor der Hamburger Morgenpost in der Griegstraße 75 einladen. An diesem Tag wird ein Relief der Öffentlichkeit übergeben. Eine Informationstafel soll an das Leiden der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Geschichte des Industriestandortes erinnern. Über 1.000 Menschen waren in der Zeit des Hitlerfaschismus von 1941-1945 rund um die Griegstraße (ehemals Brahmsstraße) gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten. Mit der Erinnerung an diese Schicksale haben sich viele Anwohner und Zeitzeugen von damals bis heute schwer getan. Hier unser Flyer zur Kundgebung.

Zwangsarbeiterinnenkinder besuchten bereits 2007 die ehemaligen Sternwoll-Spinnerei

besuch2007Bereits 2007 besuchten Kinder von Zwangsarbeiterinnen die ehemalige Sternwoll-Spinnerei im Rahmen eines Projekt der Max-Brauer-Schule. Tamara Ponomariowa, damals zwei Jahre alt, erinnert sich an die Erzählungen ihrer Mutter über ihre damaligen Bedingungen. „Es gab solche und solche Deutsche in der Spinnerei. Die eine schrie uns an, die andere fragte nach den Kindern und brachte ihr immer wieder eine dünne Scheibe Brot mit.“ In einem Video von Jürgen Kinter ist dieser Besuch dokumentiert worden.

Bruderschaft der Kriegsgefangenen

Nach jüngsten Recherchen gab es einen Kontakt von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen der Sternwoll-Spinnerei in Hamburg-Bahrenfeld zur „Bruderschaft der Kriegsgefangenen“ in Süddeutschland. Hierbei handelte es sich um eine Widerstandsorganisation sowejtischer Soldaten in süddeutschen Lagern. Ende 1943 enttarnte die Gestapo die Mitglieder dieser Organisation. Im September 1944 wurden 94 russische Offiziere im KZ Dachau hingerichtet.

Zwangsarbeitslager der Sternwoll-Spinnerei direkt am Fabrikgelände

Die Baracken der Sternwoll-Spinnerei waren, wenn man heute auf das MOPO-Gebäude schaut, rechts bei der heutigen Noch-Grünfläche aufgestellt. Es wird geschätzt, dass von den 600 -700 Arbeitern in der Fabrik die Hälfte Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen waren, überwiegend Frauen. Die „feinen Hanseanten“ der Sternwoll-Spinnerei stellten ein Teil der Produktion auf die Herstellung von Munition um. In einer Granatendreherei wurden vorrangig für die Artillerie Granaten hergestellt.Das Lager wurde vom Werkschutz der Sternwoll-Spinnerei überwacht. Nachts waren die Kräfte bewaffnet, ab 18 Uhr wurden die Fabriktore verschlossen. Die Baracken waren eingezäunt und Wachtürme aufgebaut. Die durchschnittliche Arbeitszeit betrug zehn Stunden, die Menschen wurden in allen Betriebs-abteilungen eingesetzt. Sonnabends verhörte die Gestapo (Polizei!) diejenigen, denen Sabotage vorgeworfen wurde. Es kam vor, dass Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen ins KZ gebracht wurden. Hier die Lagerkarte

Im Frühjahr wird ein Relief der Hamburger Öffentlichkeit übergeben

Zur Erinnerung an Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Sternwoll-Spinnerei, das heutige Gelände der Griegstr. 75, wird es eine Informationstafel und ein Relief im Torbogen geben. Für das Relief wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Initiative wird getragen von Altona 93, der Tabita Kirchengemeinde in Othmarschen, der Elbe Behindertenwerkstatt im Friesenweg sowie den Betriebsräten von SAM, LIBRI und MOPO. Info -Tafel und Relief sollen im Frühjahr 2013 angebracht werden.

Die „feinen Hanseaten“ der Sternwoll-Spinnerei ließen Granaten für Hitlers Krieg produzieren

Nach jüngsten Recherchen ist klar, dass in der ehemaligen Sternwoll-Spinnerei in der Griegstraße 75 (damals Brahmsstraße 75) Granaten für den Krieg der Faschisten produziert worden sind. So gibt es ein Dokument vom 7.8.1943, dass von 900 Beschäftigten in der Sternwollspinnerei spricht und dass im Industrieblock 3 Granaten für das faschistische Heer produziert worden sind. Um welche Gebäude es sich dabei handelt, ist leider nicht klar.

Zwischenstand zur Erinnerung an Zwangsarbeit in der Sternwoll-Spinnerei

Die Initiative zur Erinnerung an Zwangsarbeit in der Sternwoll-Spinnerei hat sich am 14.12.2011 mit einem Flugblatt an die Öffentlichkeit gewandt. 2.500 Flugblätter wurden im unmittelbaren Umfeld verteilt, es hat Zeitungsartikel gegeben und die kleine Web-Seite verzeichnet eine gut Resonanz. Mit den Parteien in der Bezirksversammlung hat es Gespräche gegeben wie auch kürzlich mit dem Grundeigentümer. Letzteres fand in einer sehr angenehmen Form statt und stimmte die Teilnehmer optimistisch. Arbeitsaufträge liegen bei der Initiative, danach wird es zu einem erneuten Treffen kommen. Die Gespräche mit den Parteienvertreter/innen waren sehr informativ und angesichts der Initiative zur Erinnerung an Zwangsarbeit in hoher Einmütigkeit.

Bewegende Veranstaltung zur Erinnerung an Zwangsarbeit im Lager in der Norderstraße

150 Besucher fanden am 27.01.2012 den Weg ins Altonaer Rathaus, um an Zwangsarbeit in Hamburg-Altona während des 2. Weltkrieges zu erinnern. 1944 rettete ein Hamburger zwei französischen Zwangsarbeitern des Lagers Norderstraße (heute Virchowstraße), die den Feuersturm am 24./25.07.1944 entronnen waren, das Leben, in dem er ihnen gefäschte Papiere für ihre Reise in die französische Heimat ausstelle. Einer von ihnen, Louis Deslandes, überlebte und sprach per Videobotschaft zu den Besuchern im Altona Rathaus, im Kollegiensaal.

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Hamburger Abendblatt: Gedenktafel soll an Zwangsarbeit erinnern

Das Hamburger Abendblatt informiert am 27.12.2011 über die Initiative zur Erinnerung an Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Bahrenfeld. 2.500 Flugblätter wurden nach Angaben der Zeitung im Viertel verteilt. Der Vermieter des Geländes der Griegstraße 75/Friesenweg 4,(Hollman & Partner Vermögensverwaltung), soll lt. Abendblatt positiv auf die Aktion reagiert haben: „Man müsse über Details sprechen, so Geschäftsführer Nils Hollmann.“ Hier der Link zum Text im Hamburger Abendblatt.

MOPO: Das vergessene Leid der Zwangsarbeiter

Die Hamburger Morgenpost vom 15.12.2011 informiert über die Initiative zur Erinnerung an Zwangsarbeit auf dem Gelände der Sternwoll-Spinnerei in der Griegstraße 75. „Angesichts der Baumaßnahmen auf dem Gelände fordern Vertreter der heute dort ansässigen Firmen den Grundstückseigentümer zur Anbringung einer Gedenktafel auf. ‚Wir möchten, dass diese schreckliche Vergangenheit nicht einfach vergessen wird‘, so Christine Siems, Leiterin der Elbe-Werkstätten. Auch die Betriebsräte von MOPO, Libri und des Schiffsausrüsters SAM sowie die Kirchengemeinde Tabita und Altona 93 unterstützen das Projekt“, scrheibt die Zeitung.

Aufruf zur Erinnerung an Zwangsarbeit in Sternwoll-Spinnerei in der Griegstraße 75

Die bevorstehenden baulichen Veränderungen auf dem Gelände der ehemaligen Marzipanfabrik im Friesenweg 4 und der Griegstraße 75, der ehemaligen Sternwoll-Spinnerei, sind für die Unterzeichner Anlass, an ein Kapitel der Geschichte in Hamburg-Bahrenfeld zu erinnern: Während des Zweiten Weltkrieges, in der Zeit des Hitlerfaschismus, wurden Menschen ihrer Heimat entwurzelt, verschleppt und zur Zwangsarbeit verpflichtet, auch hier in unserem Viertel. Sie waren in Holzbaracken untergebracht, litten unter Mangelernährung, waren der Willkür ausgeliefert. Eine Initiative tritt dafür ein, dass an dem Gebäude der Griegstraße 75 eine Gedenktafel angebracht wird.

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Deutsche (Kriegs)Wirtschaft hätte ohne Zwangsarbeit nicht funktioniert

Die Gesamtzahl der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zwischen 1939 und 1945 wird von Wissenschaftler in Hitler-Deutschland auf 13,5 Millionen geschätzt. Ohne die Arbeitskräfte hätte die (Kriegs)Wirtschaft nicht funktioniert. Es gab rund 8,5 Mio. „zivile“ Arbeitskräfte, 4,5 Mio Kriegsgefangenen und 1,5 Millionen und den 1,5 Mio. KZ-Häftlingen, die zur Zwangsarbeit verrichten mussten. In den Jahren 1939 bis 1945 leisteten bis zu 500.000 ausländische Frauen, Männer und Kinder Zwangsarbeit in der Hamburger Kriegswirtschaft. Sie arbeiteten in rund 1.000 Hamburger Betrieben, außerdem auf zahllosen Bauernhöfen, in Privathaushalten und kleinen Handwerksbetrieben. Untergebracht waren diese Menschen in über 1.100 Lagern, verstreut über das gesamte Hamburger Stadtgebiet.