Rede von Margot Löhr zu den verstorbenen Kindern der Zwangsarbeiterinnen aus der Sternwoll-Spinnerei

Die Buchautorin und Mitarbeiterin auch bei den Hamburger Stolpersteinen, Margot Löhr, hat auf der Kundgebung am 3. Mai 2022 über die sowjetischen Zwangsarbeiterinnen in der Sternwoll-Spinnerei, ihren Arbeits- und Lebensbedingungen gesprochen. Es ging um ihre verstorbenen Kinder und den Opfern unter den verschleppten sowjetischen Frauen.

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Presse-Info zur Kundgebung am 3. Mai 2022

Stefanie von Berg, Bezirksamtsleitern von Hamburg-Altona, und Frederic Joureau, französischer Generalkonsul für Hamburg, werden am Donnerstag, den 3. Mai 2022 um 12 Uhr auf einer Kundgebung auf dem Gelände der heutigen Marzipanfabrik (Griegstraße) sprechen. Es soll an die NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der damaligen Sternwoll-Spinnerei erinnert werden. Margot Löhr, Buchautorin über “Die vergessenen Kinder der Zwangsarbeiterinnen”, wird über die Kinder, die in dem dortigen Barackenlager gestorben sind, sprechen. 

“Mit der Kundgebung wollen wir am Tag der Befreiung Hamburgs 1945 an die Befreiung NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Sternwoll-Spinnerei erinnern ”, so Holger Artus von der “Initiative Gegen das Vergessen”. Vor allem sowjetische Frauen und Männer mussten dort von 1942 bis 1945 zusammen mit Zwangsarbeitenden aus Frankreich und Italien unter widrigsten Bedingungen hausen und Granaten produzieren. Direkt neben der Sternwoll-Spinnerei befand sich ein weiteres Lager für polnische, französische und sowjetischen Frauen, die nach Deutschland verschleppt worden waren.

Am 3. Mai soll auch an die Jüdin Hedwig Cohn erinnert werden. Bis zu ihrer Deportation am 19. Juli 1942 über die Schule Schanzenstraße wurde sie in einer so genannten Judenkolonne in der Sternwoll-Spinnerei eingesetzt – wie tausende weitere jüdische Menschen auch, bis man sie in Vernichtungslager oder Gettos verschleppte. 2022 jährt sich der 80. Jahrestag der Juli-Deportationen 1942. 

Seit 2013 erinnert bereits ein Mahnmal an das Barackenlager auf dem Gelände. Es geht auf eine Initiative des Betriebsrats der Hamburger Morgenpost zurück, die von 1985 bis 2019 in der Griegstraße ansässig war.

Zum 80. Jahrestag der Deportationen in Hamburg 1942

Hedwig Cohn war eine der jüdischen Zwangsarbeiter/innen, die bis zu ihrer Deportation am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt/Terezin in der Sternwoll-Spinnerei arbeiten musste. Im Juli 1942 wurden über 2.100 Jüdinnen und Juden aus Hamburg verschleppt. Sieben Monate waren seit den ersten Deportationen im Herbst 1941 vergangen. Ziele der Sonderzüge waren das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Ghetto Theresienstadt/Terezin.

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Aufruf zur Gedenkkundgebung am Dienstag, den 3. Mai 2022 vor der Marzipanfabrik

Am Haupteingang der heutigen „Marzipanfabrik“ auf Höhe der Griegstraße/Ecke Friesenweg, gegenüber dem Stadion von Altona 93, erinnert ein Mahnmal an die NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der damaligen Sternwoll-Spinnerei. Von September 1942 bis zum Mai 1945 war dort ein Barackenlager auf Höhe des Parkplatzes bei der Birke am Friesenweg. 

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Ob nun als Zivilarbeiter oder Militärinternierte, die „Italiener“ liefern schlechte Leistung ab

Die Leistung von “freien italienischen Arbeiter wird zu genau negativen Feststellungen wie bei den italienischen Militärinternierten führen.” Vor allem der Verlust der militärischen Kontrolle würde sich negativ auf ihre Arbeitsproduktivität auswirken, schrieb die Unternehmensleitung der Sternwoll-Spinnerei am 14. Dezember 1943 an die Hamburger Gauwirtschaftskammer.

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Erinnerung an italienische Militärinternierte in der Sternwoll-Spinnerei

Am Montag, den 6. September 2021 werden Vertreter*in der Nationalen Vereinigung der italienischen Militärinternierten (ANEI) um 11. 00 Uhr vor der Wandskulptur in der Griegstraße 75, der damaligen Sternwoll-Spinnerei, Blumen niederlegen. Damit soll an die hunderten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter hier erinnert werden, auch an die italienischen Militärinternierten.

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Über Flora Neumann, Arbeiterin in der Sternwoll-Spinnerei in den 1920er Jahren

In Hamburg ist nach Flora Neumann im Karolinenstraße eine Straße benannt. Diese kleine Frau mit ihren 1,44 m hat das KZ Auschwitz überlebt, genau so wie ihr Mann, Rudolf Neumann. das KZ Buchenwald. Sie arbeitete in den 1920er Jahren mit ihrer Schwester in der Sternwoll-Spinnerei.

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30 italienische Militärinternierte in der Sternwoll-Spinnerei als Zwangsarbeiter eingesetzt

Von September 1943 bis Mai 1945 wurden 30 italienische Militärinternierte in der Sternwoll-Spinnerei eingesetzt. Dies ergibt sich aus jetzt gefundenen Schreiben von Titel & Krüger ans Hamburger Gauarbeitsamts. Dieses hatte Ende August 1944 alle Unternehmen angeschrieben, um ihm die bei ihnen Beschäftigten italienischen Militärinternierten zum 1. September 1944 mitzuteilen.

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251 sowjetische und 55 französische Menschen in der Sternwoll-Spinnerei als Zwangsarbeiterinnen (1942-1945)

Titel & Krüger hatte am 20. November 1941 die Baugenehmigung für den Bau von drei Baracken “zur Unterbringung ausländischer Arbeiter” in der Brahmsstraße 73-75 erhalten. In der Sternwoll-Spinnerei sollten Granaten für Hitlers Krieg produziert werden. Wann genau die Baracken fertig waren, kann man heute nicht mehr sagen. Neue Unterlagen lassen aber vermuten, dass sie  zwischen November 1941 und Februar 1942 fertig gestellt wurden. 

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Zwangsarbeiterinnen-Lager in der Brahmsstraße 69

Unmittelbar im Anschluss an die Sternwoll-Spinnerei in Hamburg-Othmarschen, in der damaligen Brahmsstraße 69, heute Griegstraße 69, waren die Dr. Rodatz Farbenfabrik und die Autoreparaturen Seyda. Heute ist auf der Fläche eine Tankstelle und es kommt 2021 ein neuer Standort für David Finest Sports Cars hinzu. Auf diesem Geländ – noch ist die genaue Lage nicht bekannt – war auch ein bewachtes Zwangsarbeitslager für die Conz Elektromotorenwerke in der nahegelegenen Gasstraße  6-10.

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Die vergessenen Kinder der Zwangsarbeiterinnen der Sternwoll-Spinnerei

Viktor Goptarowa, Juri Mischtenkow und Sitschowa Ossikowa sind drei verstorbene Kinder von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus dem Lager der Sternwoll-Spinnerei. Margot Löhr erzählt ihre kurze Lebenszeit in ihrem Buch „Die vergessenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen in Hamburg“.

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Erinnerung an den 75. Jahrestag der Befreiung des Zwangsarbeitslagers

Anlässlich des 75. Jahrestag der Befreiung Hamburgs und damit auch der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Sternwollspinnerei wurden Blumen vor der Wandskulptur und Erinnerungstafel niedergelegt. Pastor Matthias Kaiser von den Tabita-Gemeinde Ottensen-Othmarschen sagte, dass wir in diesen Zeiten auch stellvertretend hier sind.

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3. Mai 2020 – 75. Jahrestag der Befreiung der Zwangsarbeiter/innen der Sternnwoll-Spinnerei

Am 3. Mai 1945 unterschrieb die Nazi-Wehrmacht für Hamburg die Kapitulation. Wie bereits vorher, waren auch andere deutsche Städte befreit worden. Der Faschismus war besiegt, aber er hatte Millionen von Toten und die fast vollständige Zerstörung der Infrastruktur in Europa mit sich gebracht. Befreit wurden am 3. Mai 1945 auch die über hunderttausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Hamburg. Dazu gehörten auch die aus dem Lager in der Sternwoll-Spinnerei.

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Sternwoll-Spinnerei besteht weiterhin

Das 1970 im Hamburger Handelsregister erloschene Unternehmen Sternwoll-Spinnerei besteht noch weiter fort. 1963 wurde aus der Marke “Sternwolle” die “Schwanenwolle“. 1964 übernahm der britische Textilkonzern Coats, Patons and Baldwin (Glasgow) die Aktienmehrheit. Zum 31. Juli 1967 wurde die Produktion hier eingestellt. Die Maschinen wurden nach Belgien abtransportiert und die Aufträge dort gefertigt. Zum 1. August 1967 wurde die Gesellschaft aufgelöst und sie erlosch zum 23. Dezember 1970. Mit der politische. Wende in der DDR kam es zu einer Wiederaufnahme der Abwicklung (1992), da es mehrere Grundstücke in Leipzig gab. Bis heute gibt es einen Streit um eine Steuerrückstellung in Höhe von 1,5 Mio. „Sternwoll-Spinnerei besteht weiterhin“ weiterlesen

MOPO-Betriebsrat erinnert an 70. Jahrestag die Befreiung der Zwangsarbeiter in Sternwoll-Spinnerei

sternwolleAm 3. Mai 1945 kapitulierten nicht nur die Nazis in Hamburg vor der englischen Armee, es war auch der Tag der Befreiung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von ihren Ausbeutern in der Sternwoll-Spinnerei, dem heutigen Betriebsgeländer der MOPO. Der Betriebsrat der MOPO  erinnert anlässlich des 70. Jahrestages der Niederlage der Nazis an diesen Akt der Befreiung. Die „feinen Hanseaten“ und „ehrbaren Kaufleute“ der Sternwoll-Spinnerei hatten einen Teil der Produktion auf die Herstellung von Munition umgestellt. In einer Granatendreherei wurden vor allem für die Artillerie Granaten hergestellt. Die Sternwoll-Spinnerei AG gab nach 1945 für das Kriegsgefangenen- und Firmenlager 128 weibliche und 96 männliche Personen als Zwangsarbeiter an.”

 

ver.di informiert über Kundgebung am 3. Mai

publikHH2013Publik, die Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft ver.di, informiert über Kundgebung vor der ehemaligen Sternwoll-Spinnerei in Hamburg. „Am 3. Mai 2013 wurde zum Gedenken an die Zwangsarbeiter/innen in Othmarschen das Denkmal an der ehemaligen Marzipanfabrik eingeweiht, wo auch die Hamburger Morgenpost ihren Sitz hat. Eine Informationstafel erinnert jetzt an die Ausbeutung und das Leid unter der Nazi-Herrschaft sowie an die Geschichte des Industriestandortes. „Es war längst überfällig, der Zwangsarbeiter zu gedenken“, so der Staatsrat der Kulturbehörde,Nikolaus Hill, bei der Einweihung. „ver.di informiert über Kundgebung am 3. Mai“ weiterlesen

Kundgebung vor der MOPO

UnavngivetAm 3. Mai 2013 trafen sich 150 Teilnehmer/innen vor der Hamburger Morgenpost, um die Wandskulptur zur Erinnerung an Zwangsarbeit der interessierten Öffentlichkeit zu übergeben. Kulturstaatsrat Dr. Hill betonte die Bedeutung von Erinnerungsorten. Pastor Matthias Kaiser betonte die Wichtigkeit von Zivilcourage. Nils Hollmann von Hollmann Partner unterstricht ihre Bereitschaft, solche Initiative zu unterstützen. Holger Artus vom MOPO-Betriebsrat verwies auf die Rolle von Betriebsräten in Gegenwart und Zukunft wie für die Vergangenheit bei den Arbeitsbedingungen hin, denen man sich nicht gleichgültig gegenüber verhalten darf.